NEWS / EVENTS

10.11.2018

Newsletter November


Zentrum und Peripherie


Liebe Kunstinteressierte, liebe Freund*innen der Kunstakademie Bad Reichenhall!

gerade konnten wir aus der Presse entnehmen, dass die Position des/der Kulturstaatsministers/in nun seit mittlerweile 20 Jahren existiert. Die aktuelle Kulturstaatsministerin Frau Dr. Grütters hat nicht nur eine herausragende Stellung bei der Finanzierung von Großprojekten sondern spätestens mit ihr ist es gelungen der Kultur – und wir reden hierbei immer über Hochkultur – auch eine größere Öffentlichkeit in den mainstream Medien zu verschaffen.

Gleichwohl ist die Bedeutung auch Ausdruck der zunehmenden Fokussierung auf Großprojekte mit starkem Bezug zu Berlin. Obwohl natürlich die Zunahme an Finanzmitteln für die Kultur durch diesen Bedeutungszuwachs sehr zu begrüßen sind, ist es doch bedauerlich, dass sie das Verhältnis der kulturellen Aktivitäten zwischen Berlin, anderen Großstädten und der Provinz deutlich hin zu ersteren verschoben hat. Wir blicken im Allgemeinen deshalb auf eine sehr hochstehendes Niveau der kulturellen Infrastruktur in allen Kulturbereichen auch in der Breite zurück, da sich die Idee einer dezentralen Pflege dieses Niveaus und die Förderung von Kultur auf kommunaler und Vereinsebene aus dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart hat retten lassen. Die oben beschriebene Fokussierung bedeutet, dass auch die Chancen und Besonderheiten des Provinziellen vergessen werden. Hierbei verhandeln wir nicht das Niveau sondern es zeigt sich die Bedeutung des gesellschaftlichen Randes als produktive Kraft, als Freiraum des Neuen und Innovativen. Blicken wir auf die bedeutendsten Schulen in Kunst und Design im 20. Jahrhundert (Bauhaus und Black Mountain College, USA) so lagen diese eben nicht in den Zentren, sondern abseits davon. Dies ist für die Kunstakademie Bad Reichenhall Ansporn und Anlass sowohl in unseren Kursen wie auch unseren begleitenden Veranstaltungen diese Qualität zu erhalten und weiter zu steigern.

Deshalb ist es mir ein großes Vergnügen heute darauf hinzuweisen, dass wir kürzlich mit den Bad Reichenhaller Philharmonikern eine Kooperation beschlossen haben, die in 2019 uns insgesamt sechs Salon Veranstaltungen unter dem Label „Reichenhaller Resonanz“ bringen werden. Wir wollen uns mit Spitzenkräften in der Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft beschäftigen und Ihre geistige Power für Reichenhall und unsere Gäste und Kunden greifbar machen. Wir informieren Sie jeweils rechtzeitig zu diesen Veranstaltungen, aber ich darf jetzt schon sagen wir sind in vielversprechenden Verhandlungen.

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Im November

Der Monat November steht aber wieder einmal in besonderem Maße unter dem Aspekt der Veranstaltungen.

Schon am 7. November um 19.30 Uhr wartet wieder ein Filmabend unserer Reihe KUNST & LEBEN auf Sie. Mit William Kentridge zeigen wir nicht nur den bedeutendsten südafrikanischen Künstler der Gegenwart, sondern auch einen, dessen Kunst ungewöhnliche Formen beinhaltet. Seine Filme aus Zeichnungen greifen visuell eine scheinbar vergangene Kunstform auf und er haucht ihr im wahrsten Sinn des Wortes Leben ein.

Wie Sie sehen liegt uns die Kunst in all ihren Facetten am Herzen und deshalb freuen wir uns sehr, dass Daniel Schreiber, der Direktor des Buchheim Museum nach seiner krankheitsbedingten Absage seines Vortrages im August, nun am 14. November um 19 Uhr zu uns kommt. Sein Vortrag zum Thema „Überlebensvorteil Malerei. Warum der Mensch zum Pinsel greift“ lässt mich einen faszinierenden und humorvollen Beitrag erhoffen.

 Wie Sie alle wissen, ist das Berchtesgadener Land weit über seine Grenzen hinaus bekannt dafür Ort uralter Traditionen und magischer wie mythischer Geschichten zu sein. Dies haben Dr. Johannes Lang, der Stadtarchivar von Reichenhall, und Walter Angerer d.J. zum Anlass genommen eine gemeinsame Publikation über die Sagen des Reichenhaller Landes zu erarbeiten. Angerer der Jüngere hat Bilder zu einer Vielzahl von Sagen geschaffen, die wir am 19. November um 19.30 Uhr in der Städtischen Galerie im Alten Feuerhaus präsentieren werden.

Ein weiteres Highlight wartet auf uns mit der am 29. November um 19 Uhr beginnenden Ausstellung des Künstlers Yoshi Takahashi. Der aus Japan stammende Künstler lebte viele Jahrzehnte in Bad Reichenhall und wir widmen ihm deshalb eine große Retrospektive mit mehr als dreißig Arbeiten auf Leinwand und auf Papier aus mehreren Jahrzehnten. Eine spannende Gelegenheit Tradition und Gegenwärtigkeit zu erleben.

Neben den Veranstaltungen rund um unser Haus möchten wir Ihnen zwei unserer Kurse ans Herz legen. Im November ist mit Christopher Eymann und seinem Kurs "Fläche, Kontur, Emotion, Geste" ab dem 12. November ein besonderes Highlight in unserem Haus. Frei und intuitiv mit unkonventionellen Methoden und Materialien kann sich jeder aufmachen sein ganz individuelles Potential und seine ureigene künstlerische Stimme auszuloten. Außerdem startet Christopher Eymann mit dem "Vorstudium - Kunst machen und Kunst leben" in das neue Jahr 2019 und beginnt unsere Reihe von Spezialkursen. "Ein Studium für künstlerische Berufe – egal ob für freie oder angewandte Künste – steht für persönliche Freiheit und eröffnet ungeahnte Möglichkeiten der persönlichen Verwirklichung!

Mit dem Titel "Darf man Sonnenuntergänge malen?" beleuchtet Alex Bär ab dem 19. November die vermeintlich kitschigen Motive in der Kunst. "Wir alle kennen das »falsche Gold und die röhrenden Hirsche«."(…) Auf der Suche nach wahrhaften Gefühlen und veritablen Themen in der Kunst verspricht es eine spannende Woche zu werden!

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Ihr Stefan Wimmer und das Team der Kunstakademie Bad Reichenhall