Wie kommt man zum Bild ?


Kursnummer 082-20

Mo. 03.02.2020 - Sa. 08.02.2020 (6 Tage)


Motiv, System, Experiment, Material - gemeinsam wollen wir überlegen, wie Künstler*innen zum Bild kommen. Wie fängt man an? Was wird dargestellt? Warum sind Dinge ästhetisch? Ist das Gemälde mehr als bloß ein Ding? Was soll das eigentlich sein, eine Darstellung? Und sind Begriffe wie "gegenständlich" und "abstrakt" tatsächlich hilfeich?
In diesem Kurs nähern wir uns den Gegenständen und ihrer Darstellung, vorallem aber auch der Frage, wie man zum Bild kommt, wenn man mal keinen Gegenstand zur Hand hat.
Dafür steckt die Kunstgeschichte voller Strategien, die weit über die klassische Abbildung der vermeintlichen Realität hinausgehen. Ziel ist es, diese Strategien zu betrachten und daraus eigene Methoden abzuleiten. Dabei ist es unumgänglich, individuelle Interessen, Kenntnisse, ästhetische Vorstellungen und auch die eigene Biografie zu reflektieren.

Modus Operandi:
Ich arbeite mit unterschiedlichten Malmodi und Möglichkeiten der Darstellung, Abbildung und Bildfindung. Mein Prozess beginnt meistens mit strengen, geometrischen Konstruktionen. Raster, Gitter, Muster, Rahmen, Regale. Im nächsten Schritt folgen eher spielerisch und intuitiv gesetzte Gesten und Flächen, die sich an das darunter liegende System anheften oder es stören und zersetzen. Daraufhin folgt meist ein systematisch-konstruiertes Element.

Das Dinghafte des Bildes, entweder als illusorisches, mimetisches Abbild oder schlichtweg als haptisches Objekt, spielt eine tragende Rolle in meiner künstlerischen Arbeit. Davon ausgehend arbeite ich sowohl mit illusionistischen Effekten als auch mit der Offenlegung der malerischen Mittel. Diese grundlegenden Möglichkeiten der Malerei zwischen Material und Illusion, und damit der Grat zwischen Abstraktion und Abbild, beschäftigen mich. Ich interessiere mich für die Objekte um mich herum - ihre Beschaffenheit, Stofflichkeit, Funktionalität, ihren Kontext und auch ihr "Wesen". Die malerische Geste, die Linie und die Fläche sind in meiner Arbeit mehr als bloßes Werkzeug - sie selbst sind Inhalt und Subjekt. In meinen Bildern gewinnen oft Klekse, Gesten und Striche an Autonomie und werden zu Objekten oder gar Subjekten, flirten miteinander oder stoßen sich ab.

Maximale Teilnehmerzahl:  12

Kursgebühr:  420,00 €