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Farbe ist ein freies Phänomen


Kursnummer 034-19

Mo. 05.08.2019 - Sa. 10.08.2019 (6 Tage)


Gedanken zu meinen Kursen – In Zeiten digitalisierter Hochglanzbilder und oft vorgetäuschter Wirklichkeiten wird das unmittelbare Erleben und der nahe Kontakt zur Natur für das schöpferische Arbeiten unverzichtbar. Zu oft wird Natur verzweckt und vernutzt und auch zerstört aus mangelnder Liebe und Respekt. Die ersten, die darauf reagierten waren die Künstler der 20. Jahrhunderts – wie zum Beispiel Kurt Schwitters, Robert Rauschenberg, Antoni Tapies und die ›Arte Povera‹, nicht zuletzt Joseph Beuys. Für sie gab es genug Gründe, ausgesondertes und verfallendes Material für ihre Aussagen zu verarbeiten. Es ging ihnen um den Eigenwert und die charakteristischen Merkmale der verschiedensten Materialien, die wichtige Informationsträger waren.
Der vom Material ausgehende Gestaltungsprozeß verläuft völlig anders als der herkömmliche Weg, auf dem die gängigen Themen bestimmend waren und die Eigenwerte der Materialien hatten mehr eine dienende Funktion, oft können wir auch von Verzweckung reden. Die Fundstücke, die ihrem eigentlichen Zweck entronnen sind, die sich durch Verwitterung und Erosion in einen poetischen Zustand zurück verwandelt haben, haben einen besonderen Symbolwert. Wir müssen es wieder schaffen, im echten Dialog eine Begegnung mit der Natur zu erleben, so dass eine Partnerschaft entsteht, die lebenserhaltend ist. In den 3 Kursen versuchen wir, diese Thematik in vielen Beispielen zu verarbeiten und durch Gespräche zu vertiefen. Wir lassen zu, dass die Eigenarten der Dinge sich auf einem anderen Weg finden, als unser Ich es will. Uns bleibt noch genug zu tun, uns in diesen Prozess produktiv einzubringen. Bringt Beispiele aus Eurem bisherigen Schaffen mit und Euer vertrautes Material. Eine Materialliste wird noch zugeschickt.

»Farbgestaltung heißt nicht Formen färben, sondern Farben formen.« Das sagt einer der größten Farbkünstler des 20. Jahrhunderts: Henry Matisse. Farbe als eigenständiges Wesen wird oft verwendet, um formal betonte Themen zu bereichern. So hat es die Malerei früherer Zeiten praktiziert. Je nach Thema kann die Farbe die Ausdruckskraft, auch die psychologische Wirkung steigern. Aber erst in unserer Zeit entstanden Farbbilder, die frei von einer Thematik anderer Art waren und die Verhaltensweise der Farbe als eigenständige Kraft zum Ausdruck brachten. In einem freien Farbbild im Zusammenspiel mit anderen Farben kommt es auf die Quantitäten der einzelnen Farben an, um eine Harmonie zu erreichen. Auf diese Weise gibt es unendlich viele Variationen.
Johannes Itten, Lehrer am Bauhaus, hat ein Buch über Farbe herausgegeben, dass richtungsweisend ist, da er von Gesetzmäßigkeiten ausgeht, die fest verankert sind, zum Beispiel der Farbkreis und die Komplementärfarben. Wir beginnen in diesem Kurs mit der Lust auf Farbe, die wir ganz subjektiv erleben wollen. Dann erst nähern wir uns den konstruktiven Werten der Farbe, um unsere Kenntnisse zu erweitern. Farbe dünn oder dick oder in Lasurtechnik auf verschiedenen Untergründen, expressiv oder konstruktiv – das alles werden wir im Kurs ausprobieren. Gesprächsrunden werden eingebaut, in denen wir uns an guten Beispielen orientieren.

Maximale Teilnehmerzahl:  14

Kursgebühr:  460,00 €