Assemblage


Kursnummer 033-19

Mo. 15.04.2019 - Sa. 20.04.2019 (6 Tage)


Gedanken zu meinen Kursen – In Zeiten digitalisierter Hochglanzbilder und oft vorgetäuschter Wirklichkeiten wird das unmittelbare Erleben und der nahe Kontakt zur Natur für das schöpferische Arbeiten unverzichtbar. Zu oft wird Natur verzweckt und vernutzt und auch zerstört aus mangelnder Liebe und Respekt. Die ersten, die darauf reagierten waren die Künstler der 20. Jahrhunderts – wie zum Beispiel Kurt Schwitters, Robert Rauschenberg, Antoni Tapies und die ›Arte Povera‹, nicht zuletzt Joseph Beuys. Für sie gab es genug Gründe, ausgesondertes und verfallendes Material für ihre Aussagen zu verarbeiten. Es ging ihnen um den Eigenwert und die charakteristischen Merkmale der verschiedensten Materialien, die wichtige Informationsträger waren.
Der vom Material ausgehende Gestaltungsprozeß verläuft völlig anders als der herkömmliche Weg, auf dem die gängigen Themen bestimmend waren und die Eigenwerte der Materialien hatten mehr eine dienende Funktion, oft können wir auch von Verzweckung reden. Die Fundstücke, die ihrem eigentlichen Zweck entronnen sind, die sich durch Verwitterung und Erosion in einen poetischen Zustand zurück verwandelt haben, haben einen besonderen Symbolwert. Wir müssen es wieder schaffen, im echten Dialog eine Begegnung mit der Natur zu erleben, so dass eine Partnerschaft entsteht, die lebenserhaltend ist. In den 3 Kursen versuchen wir, diese Thematik in vielen Beispielen zu verarbeiten und durch Gespräche zu vertiefen. Wir lassen zu, dass die Eigenarten der Dinge sich auf einem anderen Weg finden, als unser Ich es will. Uns bleibt noch genug zu tun, uns in diesen Prozess produktiv einzubringen. Bringt Beispiele aus Eurem bisherigen Schaffen mit und Euer vertrautes Material. Eine Materialliste wird noch zugeschickt.

Eine Materialcollage, die es in sich hat – auf einer stabilen Grundfläche, starke Pappe, Holz oder Leinwand gestalten wir Bildwerke mit den verschiedensten Materialien. Dabei sind Fundstücke aus der Natur und dem Alltag willkommen, wie Wellpappe, Holzreste, Pappschachteln, Gewebe, Papiere, Sand , Drahtgeflecht, selbstgestaltete Fragmente, Knöpfe?..., denn es gibt nichts Geringes in diesem Sammelsurium. Besonders interessant sind die Materialien, die von Feuer, Wasser, Luft und Erosionen verändert sind und von den Kräften der Natur zeugen. Sie sind wichtige Informationsträger, denen wir begegnen. Bevor wir die vielfältigen Materialien verarbeiten, ist das Anschauen, das Staunen und das tiefe Wahrnehmen dieser Weggenossen wichtig. Da entwickeln wir die notwendige Einstellung, um die Zusammenhänge, die Zwiesprache zwischen den Materialien heraus zu spüren. Wenn wir sie beliebig miteinander verbinden, entstehen mehr dekorative Wirkungen. Daher befragen wir die wachsende Gestaltung immer wieder daraufhin, welchen Sinn die weiteren Bestandteile im Zusammenhang mit dem Ganzen haben. Leder mit Draht und Stoff? Oder? Das Zulassen der stärkeren Kräfte, die ins Spiel kommen, setzt ein partnerschaftliches Verhalten voraus. Es gibt im Kurs so etwas wie eine Fragmentenbörse, wir tauschen untereinander Dinge aus, die wir für unsere Gestaltung brauchen. Gemeinsame Besprechungen finden immer wieder statt. Lassen wir uns überraschen, auf jeden Fall passiert Ungewöhnliches. Bringt so viel wie möglich an interessanten Materialien mit.

Maximale Teilnehmerzahl:  12

Kursgebühr:  460,00 €