Transmutationen


Kursnummer 074-18

Mo. 27.08.2018 - Sa. 01.09.2018 (6 Tage)


Kunst ist eine Praxis, die die Toten reanimiert. Asche und Ruß, mit Wasser gemischt, werden seit Urzeiten benutzt, um zu malen und zu schreiben, was in asiatischen Kulturen oft dasselbe ist. Pinselstriche aus verkohltem Schwarz beschwören einen windzerzausten Baum herauf, einen Wasserfall, die Zeile eines Gedichtes. Oder feine weiße Gaze, das Material, mit dem man Wunden verbindet, kann - wenn sie eingearbeitet wird in ein Bild - zu Kunst werden und durch ihre Materialität allein Gedanken an Verletzungen evozieren. Genauso wie Seife: Kaum etwas benutzt ein Mensch so oft, kaum ein Material ist dem Körper so nah. Und auch aus Seife lassen sich Formen bilden, die die Spuren eines Lebens konservieren: Sei es ein Sarg, zusammengesetzt aus illuminierten Seifenstücken oder ein ganzes Zimmer, dessen Boden aus Seife besteht und Reinigungsrituale ad absurdum führt. Asche, Gaze, Seife - wir alle kennen solche alltäglichen Materialien wie ich sie in meiner Arbeit benutze seit unserer Kindheit. Sie transportieren Erinnerungen und Traumata, die unsere spirituelle Erfahrung prägen. Sie aktivieren etwas in uns, in unserer eigenen lebendigen Materialität: Lust und Angst angesichts der Wandelbarkeit von Materie und Form, der Kürze des Lebens. Wir werden das explosive, expressive Potential dieser einfachen Materialien erkunden und dabei Techniken aus Malerei und zeitgenössischer Medienkunst verwenden.

Maximale Teilnehmerzahl:  10

Kursgebühr:  420,00 €€ €